Archiv für den Monat April 2013

Kräuterspirale – Einführung

Über die Kräuter

Kräuter werden seit Jahrtausenden eingesetzt. Obgleich unsere Vorfahren noch um die Wirkungen und Heilkräfte dieser oft unscheinbaren aber wunderbaren Pflanzen wussten, wurden die Kräuter im 20. Jh. weitgehend von synthetischen Arzneimitteln und künstlichen Farb- und Aromastoffen verdrängt.

Dabei geht nichts über frische Kräuter aus dem Garten. Kräuter bringen Geschmack in den Kochtopf, sind gesund, entfalten Farben und Aroma, ziehen Bienen und Schmetterlinge an oder sind einfach nur schön anzuschauen. Sie sind ein Symbol für die Rückbesinnung auf die natürlichen Gaben der Natur.

Warum Kräuterspirale?

Die bei uns angebauten Würz- und Heilkräuter begehren unterschiedliche Klimazonen und Standorte (Temperatur, Licht, Feuchtigkeit, Nährstoffe). Mit der Kräuterspirale versucht man, die verschiedenen Ansprüche auf kleinstem Raum (Biotop) zu erfüllen.

Die Spiralform ist allgegenwärtig in der Natur (Schnecken, Pflanzenwachstum, Wasserlauf, DNS, Milchstraße usw.) und hat deshalb seit jeher einen hohen Symbolgehalt. Die moderne Kräuterspirale geht auf den Australier Bill Mollison, den „Vater der Permakultur“, zurück.

Woraus besteht eine Kräuterspirale?

Eine gewöhnliche Kräuterspirale besteht aus:

  • einem Kern (z.B. mineralischer Bauschutt, Ziegel, Kalkschotter – kein Plastik, Stahl etc.)
  • einer spiralförmig (ca. 720° = 2 Umrundungen) um den Kern angelegten Mauer (vorzugsweise aus Natursteinen)
  • Auffüllmaterial (je nach Bewuchs Mischungen aus Erde, Kompost, Sand, Kalkschotter etc.)
  • einem kleinen Teich am südlichen (offenen) Fußende der Spirale (ca. 40 cm tief, z.B. alter Mörtelkübel)

Je nach Art der Kräuterspirale sind noch folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Vor den Arbeiten den Boden mit einer ca. 20 cm dicken Drainageschicht ersetzen (z.B. aus durchlässigem Kies oder Schotter).
  • Um den Wuchs von Wildkräutern einzudämmen, kann vor dem Bau der Spirale ein reißfestes Gartenvlies über die Grundfläche bzw. die Drainage ausgebreitet werden.

Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein. Eine typische Kräuterspirale ist rechtsdrehend, hat einen Durchmesser von ca. 2,5 m bis 3,0 m und eine Höhe von rd. 0,8 m bis 1,0 m.

Die Breite der Pflanzstreifen zwischen den Mauern sollte ca. 60 cm betragen. Die Mauer sollte sich leicht nach innen geneigt um den Kern winden.

Nach Fertigstellung der Spirale erfolgt die Bepflanzung. Es finden i.d.R. zwischen 7 und 15 Kräuter auf der Spirale Platz, je nach Größe der erwachsenen Pflanzen.

Unterschiedliche Bepflanzung:

Der Bepflanzung sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, jedoch sollte man darauf achten, dass eine Ausgewogenheit zwischen sonnen-liebenden, gemäßigten und schatten-bedürftigen Kräutern herrscht. Es beginnt bei den wärmeliebenden Kräutern ganz oben bzw. auf der Südseite und führt bis zu den schatten- und feuchtigkeits-liebenden Pflanzen am Fuß der Spirale (Süden) neben dem Teich.

Unterschiedliche Wuchshöhen (z.B. Thymian: 10-40 cm  vs.  Liebstöckel: 150-250 cm!) sollten beachtet werden, ebenso wie Frostempfindlichkeit, Ausbreitung (z.B. Pfefferminze breitet sich stark aus) oder, ob es sich bei den Kräutern um 1-jährige oder mehrjährige Pflanzen handelt.

Neben der klassischen Küchenkräuter-Spirale ist z.B. die Bepflanzung mit mediterranen KräuternHeil- oder Teekräutern, Blütenkräutern oder Duftkräutern denkbar. Daneben bieten Kräuterspiralen die Möglichkeit, Nisthilfen für Igel, Bienen, Spinnen oder andere nützliche Lebewesen einzubauen…

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Autor: Öl

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Quellen: 
Bild [1] aus Buch "Die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht
Inhalt aus Büchern "Die Kräuterspirale" und "Neue Ideen für die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht
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Gajar Halava

Geraspelte Karotten

Geraspelte Karotten

Namasté!

Heute ein vedisches Rezept für die „Süßen“ unter euch: „Gajar Halava“ oder „Süßes Karottendessert“.

Karotten haben einen hohen Carotingehalt (β), welches im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Wer den leicht süßlichen Geschmack der orangefarbenen Wurzel mag und zudem Mandeln und Rosinen nicht scheut, dem sei ans Herz gelegt, diese süß-deftige nordindische Spezialität auszuprobieren. Gajar Halava wird traditionell kalt gegessen.

Zutaten: (für ca. 4 Personen)

  • 450 g frische Karotten
  • 90 g Butter
  • 300 ml frische Milch (am besten direkt vom Bauern)
  • 150 g Zucker (z.B. brauner Zucker)
  • 1,5 EL Rosinen
  • 1,5 EL Mandeln (Blättchen oder gehackt) – leicht angeröstet
  • 1/4 TL Kardamom, gerieben (kann entfallen)
Zutaten (außer Karotten und Kardamom)

Zutaten (außer Karotten und Kardamom)

Rezept:

1.)  Karotten waschen, schälen und mit der feinen Seite einer Reibe in feine lange Streifen raspeln. Die Hälfte der Butter in einem mittelgroßen Topf schmelzen und die Karotten ca. 10 Min. unter häufigem Rühren dünsten.

2.)  Milch, Zucker, restliche Butter sowie Rosinen und die angerösteten Mandeln untermengen. Weitere ca. 20 Min. köcheln lassen bis der Halava eindickt („marmeladige“ Konsistenz).

Gedünstete Karotten werden mit den Zutaten vermengt

Gedünstete Karotten werden mit den Zutaten vermengt

Halava köcheln lassen

Halava köcheln lassen

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3.)  In eine flache Schüssel geben, etwas warten, dann ca. 30 Min. im Kühlschrank kaltstellen.

4.)  Halava nach Wunsch mit dem gemahlenen Kardamom bestreuen und mit Rosinen, Mandeln (oder auch Pistazien) garnieren.

5.)  Je nach erzielter Konsistenz den abgekühlten Halava in Stücke schneiden oder in kleine Schälchen füllen und als Dessert servieren. Fertig :-)

Gajar Halava

Gajar Halava – Serviervorschlag

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Autor: Öl

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Quelle: Rezept nach dem Kochbuch "Vedische Kochkunst" von Adiraja Dasa
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Tomaten

Die Tomate stammt ursprünglich aus den tropischen Ländern Mittel- und Südamerikas (u.a. Peru, Ecuador) und wurde von spanischen Eroberern im 16 Jh. nach Europa gebracht. Erst im 20 Jh. zogen die Paradiesäpfel in unsere heimischen Gärten ein. Tomaten sind reich an Vitamin C, Fruchtsäuren und Mineralsalzen. Es gibt vermutlich mehr als 1000 verschiedene Sorten in unterschiedlichen Farben und Formen.

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1)  Theorie

Steckbrief:

  • Botanischer Name: Lycopersicon Esculentum
  • Familie: Nachtschattengewächs
  • Eigenschaften: Starkzehrer, Tiefwurzler
  • Zuordnung: Fruchtpflanze

Anbau:

Tomaten sollten aufgrund ihrer licht- und wärmeliebenden Eigenschaften im Haus oder Gewächshaus vorgezogen werden (Jungpflanzen). Sie können entweder an einem eigenen Standort angebaut werden, ein Anbau nach dem Prinzip von Mischkulturen oder Fruchtfolgen ist aber ebenfalls möglich.

  • Vorkultur: ab Ende März/Anfang April
  • Auspflanzen: ca. 6 Wochen nach Aussaat, vorzugsweise ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen)
  • Ernte: Mitte Juli bis Oktober

    Tomatensamen

    Tomatensamen

  • Kulturdauer: ca. 16 Wochen
  • Samen: mind. 6 Jahre keimfähig
  • Pflanzabstände (bxl): 75-100 cm x 40-60 cm; Pflanzen für besseres Wurzelwachstum etwas schräg einpflanzen
  • Boden: keine besonderen Ansprüche; Tomaten bevorzugen jedoch humose, gut durchlüftete, nicht nasse Böden
  • Standort: belüfteter, sonniger, warmer Standort; geschützte Lage (Wind, Regen) –  z.B. vor einer weißen Südwand

Mischkultur und Fruchtfolge:

  • Gute Nachbarn: u.a. Zwiebeln, Neuseeländer Spinat, Sellerie, Kohl, Petersilie, Basilikum
  • Schlechte Nachbarn: u.a. Kartoffeln, Erbsen, Gurken, Dill, Fenchel
  • Gute Vorfrüchte: u.a. Radieschen, Salat, Gründüngung
  • Schlechte Vorfrüchte: u.a. andere Starkzehrer oder Nachtschattengewächse

Pflege und Düngung:

  • Gießen: Jungpflanzen regelmäßig gießen, später sparsam (eher trocken halten); nur „von unten“ gießen
  • Düngung: vor dem Auspflanzen mit verrottetem Mist oder Kompost, später mit Pflanzenjauchen (z.B. Brennnesseljauche) düngen
  • Anbau: Stützen oder Schnüre erforderlich (Pflanzenhöhe > 1,5 m!); Pflanzen vor längerer Nässe schützen (z.B. Dach), um Risiko der Krautfäule zu reduzieren
  • Empfehlungen: regelmäßiges Ausgeizen (max. 2-3 Haupttriebe) und Entblättern (bodennahe Blätter, max. 3 Stck/Tag) empfohlen; Boden mit Stroh oder trockenem Grasschnitt mulchen; 

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2)  Praxis

IMG_4973 - Kopie (2) (800x785)Für den Haid-Park sind 10 Tomaten-Pflanzen der Sorte ‚Rosa‘, einer bulgarischen Fleischtomate, geplant.  

Die Früchte sollen eine karminrosa Farbe haben und zwischen je 200 und 900 Gramm Gewicht aufweisen (Durchmesser ca. 9-15 cm)!

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Aussaat und Entwicklung:

Tomaten-Jungpflanzen räkeln sich in der Sonne

Tomaten-Jungpflanzen räkeln sich in der Sonne

Am 03.04.2013 erfolgte die Aussaat in Holzfasertöpfchen auf einer sonnigen Fensterbank.

  • Keimung nach 10 Tagen (je zwei, bei einer Pflanze drei Keimblätter)
  • 10 der 10 Samen sind gekeimt (100% Keimerfolg)
  • weitere ca. 10 Tage nach der Keimung (20 Tage nach der Aussaat) zeigten sich die ersten Laubblätter

Die Pflänzchen bleiben bis Mitte Mai im Haus, wobei sie jedoch täglich ein paar Stunden zur Abhärtung ins Freie gestellt werden.

Anbau:

Der Anbau in der Haid erfolgt unter einem kleinen Dach (gegen Nässe). Vor dem Pflanzen wird etwas kompostierter Mist oder reifer Kompost zugegeben. Eine regelmäßige Düngung mit Brennnesseljauche ist geplant.

Bilder folgen

Ernte:

Bericht und Bilder folgen

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Autor: Öl

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Quellen
Malvorlage Tomate: schulbilder.org
Inhalt: "Handbuch Bio-Gemüse" (Heistinger, Arche Noah) und "Der Biogarten" (Kreuter)

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Haid-Park – Improvisierte Feuerstelle

Die Grill-Saison im Haid-Park kann beginnen. Letzte Woche haben wir (Werwa und ich) uns aus ein paar Steinen und einem gefundenen Rost in 5 Minuten eine kleine Feuerstelle „gebastelt“. Weitere drei Minuten später loderte schon das erste Feuer.

Improvisierte Feuerstelle

Improvisierte Feuerstelle

Es brennt :-)

Feuer machen

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In der Abendsonne haben wir sogleich unseren ersten Eintopf gekocht. Bohnen und Gemüse mit Tomatensauce und Gewürzen (Veggie-Freestyle).

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Eintopf

Eintopf

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Später haben uns noch Feuersalamander und Feuergeister besucht ;-)

Feuersalamander

Feuersalamander

Feuergeister

Feuergeister

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Autor: Öl

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Haidpark – Die erste Aussaat

Die Aussaat im Haid-Park hat begonnen. In den letzten fünf Tagen wurden 10 verschiedene Gemüse auf den Beeten ausgebracht. Es wurden in erster Linie die Beete der Schwachzehrer (Beete West, W1+W2) und die der Mittelzehrer (Beete Süd, S1-S3) bestellt.

Bis auf die Kartoffeln sind alle Samen von der Bingeheimer Saatgut AG, die ausschließlich samenfeste, nachbaufähige Sorten (d.h. keine ‚verzüchteten‘ Einmal-Hybrid-Sorten) aus biologischer und biologisch-dynamischer Vermehrung erzeugt.

Am Montag (22.04.2013) wurden gesät:

  • Spinat ‚Butterflay‘  (Mittelzehrer) –  ca. 250 Samen, Beet S2, 1m² 
  • Petersilie ‚Mooskrause‘  (Schwachzehrer) – ca. 300 Samen, Beet W1, 2m²
  • Schal-Erbse ‚Kleine Rheinländerin‘  (Schwachzehrer) – ca. 160 Erbsen, Beet W1/2, 4m²
  • Dicke Bohne ‚Frühe Weißkeimige‘  (Schwachzehrer)  – ca. 40 Bohnen, Beet W1/2, 2m²
Spinat 'Butterflay'

Spinat ‚Butterflay‘

Petersilie 'Mooskrause'

Petersilie ‚Mooskrause‘

Erbse 'Kleine Rheinländerin'

Erbse ‚Kleine Rheinländerin‘

Bohne 'Frühe Weiskeimige'

Bohne ‚Frühe Weiskeimige‘

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Am Mittwoch (24.04.2013) wurden gesät:

  • Radieschen ‚Sora‘  (Schwachzehrer) – ca. 30 Samen, Beet W2, 0,5 m²
  • Möhren ‚Rodelika‘ und ‚Nantaise2/Fynn‘  (Mittelzehrer) – ca. 200 Samen, Beet S3, 1,5 m²
  • Rettich ‚Ostergruß Rosa 2‘  (Mittelzehrer) – ca. 75 Samen, Beet S2, 2 m²

bzw. gesteckt:

  • Zwiebeln ‚Sturon‘  (Mittelzehrer) – 80 Stück, Beet S3, 1,5 m²
  • Kartoffeln ‚Linda‘, Desiree‘ und „Plärrer Spezial“  (Mittelzehrer) – 26 Stück, Beet S1, 4m²
Radieschen 'Sora'

Radieschen ‚Sora‘

Rettich 'Ostergruß'

Rettich ‚Ostergruß‘

Möhren 'Rodelika' und 'Fynn'

Möhren ‚Rodelika‘ und ‚Fynn‘

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Zwiebeln 'Sturon'

Zwiebeln ‚Sturon‘

Kartoffeln 'Linda', 'Desiree', 'Plärrer Spezial'

Kartoffeln ‚Linda‘, ‚Desiree‘, ‚Plärrer Spezial‘

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Am Freitag (26.04.2013) folgte im Bereich der Starkzehrer (Beete Ost, O1-O5) noch:

  • Porree (Lauch) ‚Haldor‘  (Starkzehrer) – 21 Samen, Beet O4, 1m²
Porree 'Haldor'

Porree ‚Haldor‘

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Nach etwa vier Arbeitsstunden waren rund 20 m² Boden bestellt.

Im Mai werden noch Salat und Rote Beete in der Sektion der Mittelzehrer ausgesät. Die nördlichen Beete (N1 und N2) sind für Blumen und Gründüngung reserviert.

Im eingezäunten Bereich der Starkzehrer sind noch sämtliche Kohlgewächse (im Moment in der Vorzucht-Phase) sowie Tomaten, Zucchini und Paprika zu pflanzen (Berichte folgen)…

Hier noch ein paar Bilder von den Arbeiten:

Werwa sät Erbsen aus

Werwa sät Erbsen aus

Beet der 'Schwachzehrer"

Beet der ‚Schwachzehrer“

Rattenkopf und Werwa beim Kartoffeln stecken

Rattenkopf und Werwa beim Kartoffeln stecken

Beet der 'Mittelzehrer'

Beet der ‚Mittelzehrer‘

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Autor: Öl

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