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Kräuterspirale – Der Bau

Einige Wochen und viele Arbeitsstunden zogen ins Land, aber die Anstrengungen haben sich gelohnt: Unsere erste Kräuterspirale ist fertig!

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Der Bau einer Kräuterspirale erfolgt in 7 Schritten:

1) Standort und Größe

Als ersten Schritt gilt es, Standort und Größe festzulegen. Unsere Spirale steht an einem weitgehend sonnigen und windgeschützten Standort im Haid-Park. Sie ist rechtsdrehend, hat einen Durchmesser von ca. 2,5 m und eine Höhe von knapp 1,0 m. Auf der Südseite befindet sich ein kleiner Teich.

2) Material

Der meist aufwändigste Schritt ist die Materialbeschaffung. Da wir überwiegend mediterrane Kräuter anbauen wollen, besteht die Spirale hauptsächlich aus kalkhaltigem Material (Schotter) mit einer dünnen Abdeckung aus Gartenerde. Für unsere Spirale wurde Folgendes benötigt:

  • ein Gartenvlies (Durchmesser/Kantenlänge ca. 2-3 m) als Unterlage
  • ca. 2-3 Schubkarren Bauschutt für den Kern (mineralischer Bauschutt, Ziegel, Kalkschotter – kein Plastik, Stahl etc.)
  • ca. 8-12 Schubkarren gut abgestufter Schotter (Hauptbaumaterial für mediterrane Spirale)
  • ca. 3-5 Schubkarren Gartenerde/Humus als Abdeckmaterial
  • ca. 200 Natursteine (alternativ Werksteine) für die Trockenmauer: in unserem Fall Kalkbruchstein
  • einen Mörtelkübel als Teich (Durchmesser/Höhe ca. 40 cm)
Steine karren...

Steine karren…

Den Schotter haben wir von einem netter Bauern um die Ecke bekommen, die Gartenerde von einer lokalen Gärtnerei. Die Steine haben wir (Wasko+Zenker) in wochenlanger Vorarbeit gesammelt, Karre um Karre, Stein für Stein. Dabei haben wir darauf geachtet, dass wir keine Steine aus Bächen oder von Wegen nahmen, sondern nur von stark „versteinerten“ Äckern oder aus nicht mehr benötigtem Erdaushubmaterial. Vlies und Mörtelkübel sind aus dem Baumarkt.

3) Grundriss/Spatenstich

Grundriss

Grundriss

Mit Schur und Steinen wird der Umriss markiert. Unsere Spirale hat einen Durchmesser von ca. 2,5 m (Radius 1,25 m).

Um eine zu schattige Lage zu vermeiden, sollten sich keine größeren Bäume oder Büsche im nahen Umkreis befinden.

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4) Grundsteinlegung/Kern

Zunächst wird das Vlies aufgelegt und ein Kern aus Bauschutt hergestellt (Höhe ca. 60-70 cm). Die ersten großen Natursteine werden als „Fundament“ im Kreis um den Kern gelegt und der Kern etwas mit Kalkschotter bedeckt, so dass ein Kegel entsteht. Auf der Südseite sollte ein Platz für den späteren Teich „reserviert“ werden.

Bauschuttkern auf Vlies

Bauschuttkern auf Vlies

Fundament und kegelförmiger Kern

Fundament und kegelförmiger Kern

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5) Mauer und Auffüllung

Anschließend wird abwechselnd die Mauer aufgebaut und Material eingefüllt. Die Mauer sollte sich leicht nach innen geneigt um den Kern winden. Die größeren Steine (max. 40 cm Kantenlänge) werden unten eingebaut, die kleineren (min. Faustgroß) oben. Es hat sich bewährt eher flache und kantige Steine zu verwenden, da diese besser liegen und ineinander „verzahnen“ als runde, kompakte Steine.

Da wir neben dem Teich Melisse und Dill geplant haben, besteht die Auffüllung unteren Bereich nur aus Gartenerde. Weiter oben, wo mediterrane Kräuter wachsen sollen, besteht die Auffüllung vorwiegend aus fein abgestuftem Kalkschotter.

Abwechselnd auffüllen...

Abwechselnd auffüllen…

... und Mauer bauen

… und Mauer bauen

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6) Teich

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Ein kleiner Teich soll für Luftfeuchtigkeit im Fußbereich der Spirale sorgen und die Mikrofauna bereichern. Für das Feuchtbiotop wird ein Loch ausgehoben und der Mörtelkübel eingestellt. Der Kübel wird dann bis ca. 5-10 cm unter den Rand mit Steinen gefüllt, sodass größere Tiere ggf. nicht ertrinken können. Der Teich kann aber auch natürlich hergestellt werden (z.B. mit einer dicken Schicht aus Ton).

Vor der Bepflanzung haben wir über die gesamte Fläche noch eine ca. 10 cm Dicke Schicht aus Gartenerde/Humus aufgebracht. Nun ist der Bau abgeschlossen!

7) Bepflanzung

Als letztes folgt die Bepflanzung – in unserem Fall (von oben nach unten):

  • Salbei – Lavendel – Thymian – Oregano – Ysop – Majoran – Zitronenmelisse – Dill

Der Majoran stammt aus Renatos Garten und wurde als erste Pflanze bereits gesetzt. In Vorkultur (Anzucht im Haus) befinden sich derzeit Lavendel, Thymian, Ysop und Melisse. Direkt ausgesät wurden bereits Dill, Oregano und Salbei.

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Autor: Öl

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Quellen: 
"Die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht
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Kräuterspirale – Die Sonnenkräuter

Wie bereits in der Einführung beschrieben, gibt es unzählige Möglichkeiten, die Kräuterspirale zu bepflanzen, z.B. mit Mittelmeerkräutern, Heilkräutern, Duftkräutern etc. Wichtig ist nur, dass man für den oberen Bereich sonnenhungrige Kräuter und für den unteren Bereich eher schatten- bzw. feuchtigkeitsliebende Pflanzen wählt. In der Regel finden auf einer gewöhnlichen Spirale (Durchmesser ca. 3 m, Höhe ca. 1 m) ca. 7 bis 15 Kräuter Platz.

Für den Haid-Park habe ich mich entschieden, überwiegend mediterrane Kräuter anzupflanzen. Es handelt sich um die folgenden 8 Sonnenkräuter (Reihenfolge von oben nach unten):

  1. Salbei (Salvia officinalis) – mehrjährig – sonnig/trocken/kalkhaltig/humos
  2. Lavendel (Lavendula angustifolia) – mehrjährig – sonnig/trocken/kalkhaltig
  3. Thymian (Thymus vulgaris) – mehrjährig – sonnig/trocken/kalkhaltig
  4. Oregano (Origanum vulgare) – mehrjährig – sonnig bis halbschattig
  5. Ysop (Hyssopus officinalis) – mehrjährig – sonnig/trocken/kalkhaltig
  6. Majoran (Origanum majorana) – ein- oder mehrjährig – sandig/humos
  7. Zitronenmelisse (Melissa officinalis) – mehrjährig – sonnig/geschützt/humos
  8. Dill (Anethum graveolens) – einjährig – sonnig/feucht/windgeschützt/humos

Um einen kleinen visuellen Überblick über die Kräuter zu geben, habe ich kurzerhand die Buntstifte und meine Malkünste ausgepackt und Zeichnungen der geplanten Kräuter angefertigt. Als Vorlage dienten die Illustrationen auf der homepage www.gewuerzlexikon.de.

Die 8 Sonnenkräuter

Die 8 Sonnenkräuter

Lavendel, Thymian, Ysop und Zitronenmelisse sollten im Haus vorgezogen und im Mai ausgepflanzt werden. Die übrigen Kräuter können direkt gesät werden.

Die ausgewählten Sonnenkräuter mögen überwiegend kalkhaltigen Boden. Deshalb ist vorgesehen, die Spirale im Kern und im oberen Bereich (Kräuter 1 – 5) hauptsächlich aus Kalkschotter mit Feinteilen zu bauen. Nur im unteren Drittel (Kräuter 6 – 8) wird Humus und Erde eingebaut. Am Fuß der Spirale ist ein kleiner Teich geplant.

Der Bau hat bereits begonnen…

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Autor: Öl

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Kräuterspirale – Einführung

Über die Kräuter

Kräuter werden seit Jahrtausenden eingesetzt. Obgleich unsere Vorfahren noch um die Wirkungen und Heilkräfte dieser oft unscheinbaren aber wunderbaren Pflanzen wussten, wurden die Kräuter im 20. Jh. weitgehend von synthetischen Arzneimitteln und künstlichen Farb- und Aromastoffen verdrängt.

Dabei geht nichts über frische Kräuter aus dem Garten. Kräuter bringen Geschmack in den Kochtopf, sind gesund, entfalten Farben und Aroma, ziehen Bienen und Schmetterlinge an oder sind einfach nur schön anzuschauen. Sie sind ein Symbol für die Rückbesinnung auf die natürlichen Gaben der Natur.

Warum Kräuterspirale?

Die bei uns angebauten Würz- und Heilkräuter begehren unterschiedliche Klimazonen und Standorte (Temperatur, Licht, Feuchtigkeit, Nährstoffe). Mit der Kräuterspirale versucht man, die verschiedenen Ansprüche auf kleinstem Raum (Biotop) zu erfüllen.

Die Spiralform ist allgegenwärtig in der Natur (Schnecken, Pflanzenwachstum, Wasserlauf, DNS, Milchstraße usw.) und hat deshalb seit jeher einen hohen Symbolgehalt. Die moderne Kräuterspirale geht auf den Australier Bill Mollison, den „Vater der Permakultur“, zurück.

Woraus besteht eine Kräuterspirale?

Eine gewöhnliche Kräuterspirale besteht aus:

  • einem Kern (z.B. mineralischer Bauschutt, Ziegel, Kalkschotter – kein Plastik, Stahl etc.)
  • einer spiralförmig (ca. 720° = 2 Umrundungen) um den Kern angelegten Mauer (vorzugsweise aus Natursteinen)
  • Auffüllmaterial (je nach Bewuchs Mischungen aus Erde, Kompost, Sand, Kalkschotter etc.)
  • einem kleinen Teich am südlichen (offenen) Fußende der Spirale (ca. 40 cm tief, z.B. alter Mörtelkübel)

Je nach Art der Kräuterspirale sind noch folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Vor den Arbeiten den Boden mit einer ca. 20 cm dicken Drainageschicht ersetzen (z.B. aus durchlässigem Kies oder Schotter).
  • Um den Wuchs von Wildkräutern einzudämmen, kann vor dem Bau der Spirale ein reißfestes Gartenvlies über die Grundfläche bzw. die Drainage ausgebreitet werden.

Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein. Eine typische Kräuterspirale ist rechtsdrehend, hat einen Durchmesser von ca. 2,5 m bis 3,0 m und eine Höhe von rd. 0,8 m bis 1,0 m.

Die Breite der Pflanzstreifen zwischen den Mauern sollte ca. 60 cm betragen. Die Mauer sollte sich leicht nach innen geneigt um den Kern winden.

Nach Fertigstellung der Spirale erfolgt die Bepflanzung. Es finden i.d.R. zwischen 7 und 15 Kräuter auf der Spirale Platz, je nach Größe der erwachsenen Pflanzen.

Unterschiedliche Bepflanzung:

Der Bepflanzung sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, jedoch sollte man darauf achten, dass eine Ausgewogenheit zwischen sonnen-liebenden, gemäßigten und schatten-bedürftigen Kräutern herrscht. Es beginnt bei den wärmeliebenden Kräutern ganz oben bzw. auf der Südseite und führt bis zu den schatten- und feuchtigkeits-liebenden Pflanzen am Fuß der Spirale (Süden) neben dem Teich.

Unterschiedliche Wuchshöhen (z.B. Thymian: 10-40 cm  vs.  Liebstöckel: 150-250 cm!) sollten beachtet werden, ebenso wie Frostempfindlichkeit, Ausbreitung (z.B. Pfefferminze breitet sich stark aus) oder, ob es sich bei den Kräutern um 1-jährige oder mehrjährige Pflanzen handelt.

Neben der klassischen Küchenkräuter-Spirale ist z.B. die Bepflanzung mit mediterranen KräuternHeil- oder Teekräutern, Blütenkräutern oder Duftkräutern denkbar. Daneben bieten Kräuterspiralen die Möglichkeit, Nisthilfen für Igel, Bienen, Spinnen oder andere nützliche Lebewesen einzubauen…

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Autor: Öl

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Quellen: 
Bild [1] aus Buch "Die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht
Inhalt aus Büchern "Die Kräuterspirale" und "Neue Ideen für die Kräuterspirale", Irmela Erckenbrecht
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