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Intermezzo

Mitten in der Nacht wilden Beifuß auszubuddeln und bei sich im Garten unterzubringen hat derbe Style.
Nur für alle, die sich dessen noch nicht bewusst waren.

Gehabt euch wohl!

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Gärtnern mit dem Mond

Protagonist Mond

Mond über Hersbruck

Mond über Hersbruck

Dass das Leben auf der Erde ohne die Sonne nicht möglich wäre, leuchtet ein. Aber auch die anderen Gestirne in unserem Sonnensystem haben Einfluss auf das irdische Leben (siehe Der Kosmos der Pflanzen, 20.04.2013).

Den größten planetarischen Einfluss auf die Erde hat – nach der Sonne – unser Trabant, der Mond, da er der Erde am nächsten steht. Er wird auch als Spiegel der Sonne bezeichnet. Der Mond verursacht nicht nur Ebbe und Flut, er wirkt auch sehr unterschiedlich auf Menschen, Tiere und vor allem auf unsere Pflanzenwelt.

Je nach seiner Stellung zur Erde, zur Sonne und zu den anderen Planeten fördert oder hemmt der Mond das Wachstum verschiedener Pflanzenteile. Er beeinflusst Ertrag, Samenkeimung, Geschmack und Lagerfähigkeit von Blumen, Bäumen, Obst, Gemüse und Kräutern.

Und auch hinter den alten Bauernregeln steckt nicht selten ein Bezug zu Mond oder Planeten…

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„Kosmische“ Pioniere

Rudolf Steiner:

Die Berücksichtigung der kosmischen Rhythmen der Planeten ist u.a. Teil der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nach Rudolf Steiner.  Pflegemaßnahmen sowie Aussaat/Pflanzung und Ernte sind auf Mondphase und Planetenpositionen abgestimmt und es werden Empfehlungen für bestimmte Tages- und Jahreszeiten gegeben.

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Maria Thun:

Der Zusammenhang von Mond und Pflanze wurde von Maria Thun in jahrzehntelangen Feldversuchen auf ihren biologisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen untersucht. Sie beobachtete dabei, dass es je nach Planetenstellung günstige und ungünstige Tage für Pflege, Aussaat, Pflanzung, Ernte und Aufbewahrung gibt. Daraus entwickelte sich ein heute bei vielen Bio-Gärtnern beliebter Mondkalender.

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Das  Gärtnern mit dem Mond

Himmelsbeobachter und Pflanzenanthrosophen haben 5 Mondrhythmen beobachtet. Diese richten sich u.a. nach der Stellung des Mondes in den Tierkreiszeichen, der Stellung zur Erde und Sonne sowie Oppositionen, Konjunktionen und Konstellationen zu und mit anderen Planeten im Sonnensystem.

Die 5 Mondrhythmen
(Quelle: Buch „Der Selbstversorger, W.D. Storl)

  • Synodischer Mond = zunehmender ◐ und abnehmender ◑ Mond (Zyklus 29,53 Tage). In der Zeit vor dem Vollmond werden oberirdische Pflanzenteile stimuliert (Wachstum nach oben), in der Zeit nach dem Vollmond die Wurzelteile (Wachstum nach unten).
  • Siderischer Mond = Stellung des Mondes in den 12 Tierkreiszeichen (27,32 Tage). Je 3 Sternzeichen sind einer der folgenden 4 Pflanzengruppen zugeordnet:
    • Blattgewächse: Fische, Krebs, Skorpion
    • Fruchtgewächse: Widder, Löwe, Schütze
    • Wurzelgewächse: Stier, Jungfrau, Steinbock
    • Blütengewächse: Zwilling, Waage, Wassermann

Arbeiten an Pflanzen wirken sich besonders günstig aus, wenn der Mond vor dem für die Pflanze entsprechenden Tierkreis steht (z.B. Karotte: Mond vor Stier, Jungfrau oder Steinbock). Der Mond wandert alle 2-4 Tage ein Sternzeichen weiter. Der siderische Mondrhythmus ist Grundlage für den Mondkalender nach Maria Thun (Aussaattage).

  • Tropischer Mond = aufsteigender ◓ oder absteigender ◒ Mond (ca. 27,32 Tage). Arbeiten an nach oben wachsenden Pflanzen erfolgen im aufsteigenden Mond, an nach unten wachsenden Pflanzen im absteigenden Mond.
  • Anomalistischer Mond = Entfernung des Mondes zur Erde. Arbeiten bei erdnaher oder erdferner Stellung gelten als ungünstig (27,55 Tage).
  • Drakonischer Mond = Stellung des Mondes, von der Erde aus gesehen, in Bezug auf die Sonnenbahn (Ekliptik). Mond pendelt zyklisch oberhalb und unterhalb der Sonnenbahn (27,21 Tage). Tage an denen der Mond die Sonnenbahn kreuzt (Knotentage) gelten als ungünstig.

Hierzulande wird am häufigsten nach den ersten beiden Rhythmen (synodischer, siderischer Mond) gearbeitet.

Die Tageszeiten

Auch die Tageszeiten haben einen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen. Bis Mittag wirken aufsteigende Kräfte (günstig für Arbeiten an nach oben wachsenden oder oberirdischen Pflanzen), nachmittags wirken nach unten wirkende Kräfte (Wurzelkräfte).

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Am wichtigsten ist jedoch, dass man versucht, ein friedliches, liebenswertes und persönliches Verhältnis zu seinen Pflanzen aufzubauen…

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Autor: Öl

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Der Kosmos der Pflanzen

Pflanzen-Kosmos

Pflanzen lassen sich nicht nur als Summe von Zellen, Säften und genetischen Bausteinen erklären, sie werden aus den Lichtkräften des ganzen Weltalls gebildet. Jedes Blatt ist ein auf den Kosmos (altgriechisch: „Ordnung“) gerichteter Empfänger, der die Energien von „Sonne, Mond und Sternen“ aufnimmt. Diese Energien sorgen nicht nur für eine harmonische Pflanzengeometrie, sondern wirken auch auf Wachstum und Stoffwechsel. Jede Pflanze ist ein Abbild des Himmels.

Sonne

Sonne über Hersbruck, September 2012

Den stärksten Einfluss hat die Sonne, nach welcher sich das ganze Leben einer Pflanze ausrichtet. Die Sonne weckt Keime, öffnet Knospen, lässt Blätter spießen und bildet Früchte und Samen bevor sie sich, wie auch die Pflanzen, zur Wintersonnenwende wieder zurückzieht. Immer erfolgt das Wachstum in einer wirbelnden, sich windenden Form – mit einer „Spiraltendenz“ wie es J.W. von Goethe einst formulierte.

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Neben der Sonne wirken aber auch noch andere ‚außer-irdische‘ Kräfte, insbesondere diejenigen, die von den Planeten in unserem Sonnensystem ausgehen. Sie sorgen dafür, dass eine Kräfteharmonie in den Pflanzen herrscht.

Da wären zum einen die erdnahen Gestirne Mond, Merkur und Venus, die v.a. in den Wurzeln der Pflanzen wirken.

Zum anderen sind da die erdfernen Planeten Mars, Jupiter und Saturn, die auf Blüten, Früchte und Samenbildung wirken.

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Die 7 Planetenpflanzen

Die sieben oben genannten Gestirne senden Botschaften und Informationen auf die Erde Erde (nach Rudolf Steiner: Bildekräfte). Die stellaren Einflüsse hinterlassen sog. Signaturen, welche die Pflanzen prägen. Zwar ist in einer Pflanze jeder der 7 „Planeten“ wirksam, jedoch dominiert meist einer der „Planeten“, sodass sich die folgenden sieben typischen Pflanzenkategorien ergeben:

  1. Letztes ViertelMondpflanzen: sie wachsen schnell, sind weich und wässrig, oft alkalisch, giftig oder rufen Halluzinationen hervor (z.B. Gurken, Pilze, Nachtschattengewächse wie Kartoffel). Attribute: Wachstum, Vergehen, Phantasie/Träume, Säuglingsalter. Symbole: Silber – Wurzel – Montag – purpur/lila.
  2. MerkurMerkurpflanzen:  wachsen schnell, haben gefiederte Blätter, glänzende schillernde Blüten (z.B. Kräuter mit Heilwirkung, Schlingpflanzen, Aloe Vera, Sellerie): Attribute: Denken, Kindheit, Vitalität. Symbole: Quecksilber – Blatt – Mittwoch – bunt.
  3. VenusVenuspflanzen:  Lebhaftes Wachstum, anmutiges Äußeres, angenehmer Duft, Geschmack leicht säuerlich (z.B. Apfel, Erbse, Spinat, Frauenkräuter, Birke, Myrte, Aphrodisiaka). Attribute: Keuschheit, Erotik, Jugend, Liebestraum, Eifersucht. Symbole: Kupfer – Blüten – Freitag – grün.
  4. SonneSonnenpflanzen: Meist strahlende goldgelbe, süß schmeckende Gewächse (z.B. Sonnenblume, Weißdorn, Zitronenmelisse, Kamille, Mais). Attribute:  Aufrichtigkeit, Rhythmus, Süße, Herz. Symbole: Gold – Stängel – Sonntag – weiß.
  5. MarsMarspflanzen: Stachelig, borstig, dornig, rote Blüten und Früchte, scharfer, prickelnder Geschmack und Duft, anregende Wirkung (z.B. Paprika, Pfeffer, Rote Beete). Attribute: Röte, Blut, Wildheit, Stolz. Symbole: Eisen – Staubblätter – Dienstag – rot.
  6. JupiterJupiterpflanzen: Üppiges aber langsames Wachstum, stattliches, edles  Aussehen, ölhaltig, nahrhaft, zuckersüße Früchte (z.B. Weintraube, Feige, Oliven, Eichel). Attribute: Weisheit, Würde. Symbole: Zinn – Frucht – Donnerstag – gelb.
  7. SaturnSaturnpflanzen: Sehr langsames Wachstum, raues, dunkles Aussehen, balsamisch-harziger z.T. fast unangenehmer Duft, herb-bittere Früchte  (z.B. Baldrian, Borretsch, Tanne). Attribute: Schwermut, Altersstarre, Weisheit, Abgeklärtheit. Symbole:  Blei – Samen – Samstag – blau.

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Mond

Mond über Ellenbach, Dezember 2012

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Da der Mond der Erde am nächsten steht, hat er (nach der Sonne) den größten planetarischen Einfluss auf das irdische Leben und somit auch auf unsere Pflanzenwelt.

Das  Gärtnern nach dem Mond ist jedoch ein Kapitel für sich und wird ein andermal behandelt.

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Die untersinnlichen, transsaturnischen Planeten UranusUranus, NeptunNeptunund PlutoPlutostehen für die Sphären des dunklen Bewusstseins, wie Elektrizität, Magnetismus, Kernkraft und werden als negative Spiegelbilder der ätherischen Lebenskräfte gesehen (die „Anderswelt“). Sie wirken eher in kollektiver Weise und vermitteln astrale Kräfte wie Spontanität, Mystik und Bewusstsein. Von diesen Planeten geprägte Pflanzen weisen oft bizarre Wachstumsformen auf, können Giftstoffe aufweisen, verfügen über besondere Heilwirkungen (z.B. Beifuß, Arnika) oder haben einen stimulierenden bis suchterzeugenden Effekt (z.B. Schlafmohn, Stechapfel).

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Zusammenfassung

Der Kosmos der Pflanzen ist nicht mit der „modernen Wissenschaft“zu verstehen, sondern es handelt sich um eine imaginative, ganzheitliche Schau der Dinge, die den Einfluss der wechselnden kosmisch-astrologischen Kräfte auf die Vegetation beschreiben will, ohne welche die Pflanzenwelt, ja das Leben, nicht existieren könnte…

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Buchtipps

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Zitat

„Es ist so angenehm
zugleich die Natur und sich selbst
zu erforschen, weder ihr noch dem eigenen Geist
Gewalt anzutun, sondern beide
in sanfter Wechselwirkung
miteinander ins Gleichgewicht zu bringen.“

Johann Wolfgang von Goethe

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Autor: Öl

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Quellen
Astronomische Symbole: Wikipedia
Inhalt: Pflanzendevas & Der Kosmos im Garten, Wolf-Dieter Storl
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