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Bienenkiste – Der Bau

Hinweis: Dies ist ein sehr spezielles Thema und insbesondere für Leute gedacht, die sich für (alternative) Bienenhaltung interessieren. Dass Bienen wertvolle und bezaubernde (sowie überaus friedliche!) Tiere sind, wurde schon im Bericht vom 31.03.2013 angedeutet. Darüber hinaus liefern sie schmackhaften Honig und bereichern unsere heimische Flora und Fauna.

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Heute bauen wir also eine Bienenkiste :-) Die Arbeit unterteilt sich in:

  1. den Bau der Außenschale (Korpus)
  2. den Innenausbau (Leisten etc.) und
  3. den Zusammenbau/Anstrich

Die Kiste kann von unten und hinten geöffnet werden (für Bienenpflege und Honigernte). Im Inneren befinden sich der Brutraum (vordere 2/3 der Kiste) und der Honigraum (hinteres 1/3)

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Neben den Materialien für die Bienenkiste (siehe Bericht vom 09.04.2013) brauchen wir:

  • ca. 10-15 Stunden Zeit für den Bau
  • eine Werkstatt
  • Werkzeug (v.a. Bohrmaschine, Akkubohrer/Schraubenzieher, Stichsäge, Maßstab, Hammer, Raspeln/Feilen, Schraubzwingen) sowie zwei Arbeitsböcke
  • Bauanleitung (z.B. Buch „Die Bienenkiste oder online)
Vater's Werkstatt

Vaters Werkstatt

Werkzeug

Werkzeug

Bauanleitung, Schreibwerkzeug und Taschenrechner

Bauanleitung, Schreibwerkzeug und Taschenrechner

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1)  Bau der Außenschale (Korpus)

a) Zuschnitt

Zunächst werden die Bretter auf die richtigen Längen und Breiten geschnitten. Aus dem Vorderteil wird das Flugloch herausgesägt. Die Kanten werden abgefast.

Zuschnitt mit Stichsäge

Zuschnitt mit Stichsäge

Alle Außenteile sind zugeschnitten

Alle Außenteile sind zugeschnitten

Kanten abfasen

Kanten abfasen

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b) Leimen und Schrauben

Dann werden Dach, Seitenwände und Vorderteil an den Kanten verleimt, zusammengesetzt und verschraubt.

TIPP 1: Löcher für die Verschraubung sollten vorgebohrt werden, sodass das Holz nicht reißt (Vorbohren ca. 70-80 % des Schraubendurchmessers).

TIPP 2: Zuerst die Teile korrekt zusammensetzen, dann durch das Dach in die Wände vorbohren. Anschließend Dach abnehmen, leimen und wieder aufsetzen. Durch die vorgebohrten Löcher das Dach mit dünnen Nägeln temporär fixieren, sodass es während des Verschraubens in Position bleibt. Sukzessive Nägel ziehen und durch Schrauben ersetzen.

Kanten verleimen

Kanten verleimen

Dach, Seitenteile und Vorderteil (mit Flugloch) zusammengesetzt

Dach, Seitenteile und Vorderteil (m Flugloch) zusammengesetzt

Dach verschrauben

Dach verschrauben

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Als nächstes werden die Standleisten mit dem Boden verleimt und verschraubt.

Verleimung Standleisten und Boden

Verleimung Standleisten und Boden

Verschraubung Boden-Standleisten

Verschraubung Boden mit Standleisten

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c) Verschlüsse anbringen

Boden und Rücken sind abnehmbar (für Bienenpflege und Honigernte) und werden mit Kistenverschlüssen (an den Wänden) und Schließhaken (am Boden) versehen.

Raspeln vor Befestigung Schließhaken

Raspeln vor Befestigung der Schließhaken

Kistenverschluss und Schließhaken

Schließhaken und Kistenverschluss

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Der Kistenbau (Korpus; also die Hülle) ist hiermit abgeschlossen. Die Bienenkiste ist ca. 1,2 m lang, 50 cm breit und 30 cm hoch. So sieht die erste Kiste von außen aus:

Bienenkiste von außen

Bienenkiste von außen

Anmerkung: Den Boden habe ich (entgegen der offiziellen Bauanleitung) in 2 Teile gesägt und mit 8 statt 4 Kistenverschlüssen versehen, sodass ein separates Öffnen der beiden Bereiche (vordere 2/3 Brutbereich, hinteres Drittel Honigbereich) möglich ist.

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2)  Der Innenausbau  –  Leisten für Brut- und Honigraum

Nun erfolgt der Innenausbau. Die Kiste unterteilt sich, wie bereits angedeutet, in 2 Teile:

  • den vorderen (größeren) Bereich: Brutraum (ca. 62 cm lang und 43 cm breit)
  • den hinteren (kleineren) Bereich: Honigraum (ca. 36 cm lang und 43 cm breit)

Die Bienen sollen natürliche Brutwaben bauen. Als Starthilfe werden unter dem Dach Trägerleisten mit Wachsstreifen eingebracht (längs). Zunächst wird nur der Brutraum ausgestattet. Der Ausbau des Honigraums  erfolgt später im Jahr. Um die Trägerleisten beweglich anbringen zu können, ist ein System aus Querleisten (beweglich) und Auflagerleisten (längs, fest) erforderlich.

Der Innenausbau umfasst demnach:

  • a) den Zusammenbau von 3 (beweglichen) Querleisten
  • b) die Anbringung von 4 fest verschraubten senkrechten Auflager-Leisten
  • c) und die Anfertigung von 2 x 24 Trägerleisten für das Einsetzen von Wachsstreifen (Ansatz für natürliche Brutwaben) und Mittelwänden (für die spätere Honigeinlagerung)

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a)  Querleisten

Es handelt sich um 1 einfache Querleiste sowie 2 zusammengesetzte Querleisten (verleimt und verschraubt). Die Leisten liegen später frei beweglich zwischen Decke und Auflagerleisten (siehe b)

3 verschiedene Profile

die 3 Querleisten-Profile

Verleimen und Verschrauben der Querleisten

Verleimen und Verschrauben der Querleisten

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b) Auflagerleisten

Die Auflagerleisten werden fest mit den Seitenwänden verbunden und dienen der Führung der Querleisten (siehe a)

Befestigung Auflagerleisten

Befestigung seitliche Auflagerleisten

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c) Trägerleisten

Die Trägerleisten dienen als Halterung für insgesamt 12 lange Wachs-Streifen im Brutraum. Sie liegen frei beweglich zwischen Decke und Querleisten (siehe a). Die Wachsstreifen dienen den Bienen als „Richtlinie“ für den Bau ihrer Naturwaben.

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Die Wachsstreifen für den Brutraum schneidet man sich aus Wachs-Mittelwänden (Öko-/Bio-Qualität!) heraus. Bio-Mittelwände gibt es u.a. bei Werner Seip oder Josef Muhr.

Die Wachsstreifen werden von 2 Trägerleisten gehalten (vernagelt).

Die erste Anfangsleiste kann dann unter die Decke eingesetzt werden (Bild). Es folgen weitere 11 (nicht abgebildet).

Wabenstreifen schneiden

Wachsstreifen schneiden

Wabenstreifen zwischen zwei Trägerleisten

Wachstreifen zwischen zwei Trägerleisten

Eingesetzte Trägerleiste links

Erste eingesetzte Trägerleiste links

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Der Honigraum hinten bleibt zunächst leer (Abriegelung mit Trennschied). Erst im Sommer werden dort 12 Wachs-Mittelwände aufgehängt, in welche die Bienen dann hoffentlich den ersten Honig einlagern werden…

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Fast Fertig!

Der Bau der Bienenkiste ist nun fast abgeschlossen. Die nachfolgenden Bilder zeigen die Einzelteile der Kiste von unten (2 Bodenteile, Rückwand und Kiste mit Innenausbau) sowie einen Blick von hinten in die Kiste.

Kiste zerlegt

Kiste zerlegt

Kiste von Innen. Im Hintergrund das herausgesägte Flugloch

Kiste von Innen. Im Hintergrund das herausgesägte Flugloch

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3)  Zusammenbau und Anstrich

Dann kann die Bienenkiste zusammengesetzt und zum Schutz gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung angestrichen werden (nur außen!). Der Anstrich erfolgt mit einer insektenfreundlichen, lösungsmittelfreien Holzlasur.

Außenanstrich

Außenanstrich

Es ist fast vollbracht…

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Wie geht es weiter?

Jetzt fehlt nun nur noch Folgendes (Berichte folgen…):

  • ein geeigneter Standort zum Aufstellen der Bienenkiste
  • eine Euro-Palette o.ä. als „Fundament“ (die Kiste sollte min. 15 cm über dem Erdboden stehen)
  • ein kleines Dach (z.B. Welldach) gegen Hitze, Regen und Schnee
  • ein Ständer, der die Kiste beim Öffnen in einer stabilen Position hält (zum Öffnen wird die Bienenkiste über die Stirnseite um ca. 135 Grad über Kopf gekippt, um den Boden abnehmen zu können)

sowie

  • etwas Zubehör für Pflege und Honigernte
  • und natürlich ein Bienenvolk

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Dann kann die Imkerei beginnen. Bin mal gespannt…

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Autor: Öl

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Blumenkasten bauen

Warum immer sofort zum Geschäft laufen, wenn man einen Blumenkasten braucht? Aus 2-3 langen Brettern und ca. 30 Schrauben kann man sich in einer 1/2 Stunde selbst einen bauen. Für die die das noch nie gemacht haben, es ist wirklich keine Kunst, wenn man nicht gerade ein Meisterwerk erschaffen will… Hier die low-buget-Variante:

Blumenkasten selbst gebaut...

Low-budget-Blumenkasten

  • Der Boden besteht aus zwei Längsbrettern und 2 kürzeren Querbrettern
  • Die Seitenteile (je 4 kurz und 4 lang) sind mit dem Boden bzw. miteinander verschraubt
  • Griffe aus Holzleisten (nicht abgebildet)

TIPP:  Um sicher zu gehen, dass das Holz nicht reißt, sollte man vor dem Verschrauben die Löcher vorbohren (Bohrer ca. 70 % des Schraubendurchmessers).

Eleganter wäre natürlich eine Variante mit Bodenleisten sowie Innenleisten gegen welche die Seitenbretter und der Boden gesetzt und verschraubt werden, aber für etwas Erde und ein paar Pflanzen wird das schon halten ;-)

Zum Einsatz kam ein Akkuschrauber, eine Bohrmaschine eine Stichsäge und ein Hammer. Der Maßstab war nur zur Deko da.

3 Kisten wurden es am Ende... (ca. 1,5 h)

3 Kisten wurden es am Ende… (ca. 1,5 h)

So, Feierabend!

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Autor: Öl

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Bienenkiste – Die Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für die Bienenkiste sind abgeschlossen.

Wie im Vorbericht bereits angedeutet, steht die Bienenkiste nicht für konventionelles Imkern, sondern für eine weitgehend wesensgerechte, extensive Art der Bienenhaltung (u.a. Naturwabenbau), die nur sehr geringe Eingriffe in das natürliche Leben des Bienenvolkes vorsieht. Die Bienenkiste beruht auf dem traditionellen Krainer (Kärntner) Bauernstock.

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Die Bienenkiste kann im Handel bezogen werden, kostet jedoch ca. 245 € ohne Ausrüstung oder Zubehör. Auf etwa das gleiche kommt man mit konventionellen Beuten (Zander, Dadant).

Das war mir zu viel, also habe ich beschlossen, mir die erste Bienenkiste selber zu bauen. Eine ausführliche Bauanleitung gibt es auf der homepage Bienenkiste.de.

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Für die Bienenkiste Marke Eigenbau brauchen wir Holz, Nägel/Schrauben/Beschläge und etwas lösungsmittel-freien Leim und ggf. Lasur. Ziel war, die Kiste exkl. Zubehör für ca. 100 € zu bauen.

Im Zuge der Planungen habe ich das ein oder andere Maß modifiziert um Verschnitt und Geld zu sparen (Kiste flacher, dafür länger – Holz etwas dünner):

  • Holz: i.A. Fichte, z.T. Eiche (statt Buche)
  • Holzdicke:  empfohlen: 25 mm  –  gewählt 18 mm (leichter zu besorgen und billiger)
  • Maße: empfohlen 1180 mm x 471 mm x 210 mm  –  gewählt 1200 mm x 471 mm x 200 mm

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Die Außenteile:

Das Holz für die Außenteile stammt aus dem Baumarkt (Leimholzplatten, keine Span- oder OSB-Platten!). 

  • Dach/Boden: 2 x 1200 mm x 500 mm –  28,98 €
  • Seitenteile: 2 x 1200 mm x 200 mm –  12,58 €
  • Querteile: 3 x 600 mm x 200 mm – 7,47 €

Außerdem ein 2 m langes Kantholz, 44mm x 44mm (Fichte/Weißholz) für die Standleisten – 4,38 €

Die Holzteile (für Außen und Innenausbau)

Die Holzteile (für Außen und Innenausbau)

Die Innenteile:

Die Innenteile (Fichte, Eiche) stammen aus der Zimmerei H. aus H.

  •  5 Querleisten: 433 mm x 10 mm x 20/30/40 mm
  • 4 Auflagerleisten: 178 mm x 20 mm x 30/40 mm
  • 48 Trägerleisten (Brut- und Honigwaben): 628/348 mm x 10 mm x 16,5 mm

Kosten: zusammen 7,50 €

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Schrauben, Nägel und Beschläge

  • Schrauben (Zimmerei H. aus H): ca. 80 Stück (3,0 x 16 mm bis 5,0 x 60 mm) – 2,50 €
  • Nägel (Baumarkt): ca. 100 / 1,6 x 30 mm – 2,59 €
  • Beschläge (Fachgeschäft): 10 Kistenverschlüsse, 50 mm – 14,10 €
Schrauben, Nägel, Kistenverschlüsse

Schrauben, Nägel, Kistenverschlüsse

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Anstrich und Leim:

  • Ponal Holzleim (Baumarkt): Wetterfest, lösungsmittelfrei, 550 g – 11,49 €
  • PNZ Holzlasur Buche (Baumarkt): U.a. aus Soja- und Sonnenblumenöl; 250 ml – 13,49 €
Lasur und Leim

Lasur und Leim

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Die Gesamtkosten für die Bienenkiste zum selber bauen belaufen sich somit auf ca. 105 €. Einsparung gegenüber dem Fertigkauf rund 140 €, also fast 60 %.

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Jetzt kann der Bau beginnen…

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Autor: Öl

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