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Kräuterspaziergang 4

Spazieren gehen macht Spaß und man trifft eine Menge wunderbarer Wild- und Heilpflanzen, die leider in unserer heutigen technokratisierten Welt immer mehr in Vergessenheit geraten.

Der durchschnittliche Deutsche (er)kennt wahrscheinlich zwischen 5 und 10 Wildpflanzen, darunter Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee, Mohn, aber dann hört es bei vielen schon auf…

Deshalb stelle ich euch heute wieder mal einige Wildpflanzen vor. Viel Spaß…

Beifuß - wichtiges Räucherkraut, als Tee entspannende Wirkung

Beifuß – wichtiges Räucherkraut, als Tee entspannende Wirkung

Glockenblume - als Tee leicht antiseptisches, erfrischendes Mittel

Glockenblume – leicht antiseptisches, erfrischendes Mittel

Orange-rotes Habichtskraut - als Tee entzündungshemmend und krampflösend

Orange-rotes Habichtskraut – als Tee entzündungshemmend und krampflösend

Hundsrose/Heckenrose - schenkt uns im Herbst die beliebte Hagebutte

Hundsrose/Heckenrose – schenkt uns im Herbst die beliebte Hagebutte

Johanniskraut/Hartheu - Sonnenkraut, als Tee gegen Depressionen und gut für Leber + Galle

Johanniskraut/Hartheu – Sonnenkraut; als Tee gegen Depressionen, Nervosität und gut für Leber und Galle

Kamille - beliebter Tee bei Magen-Darm-Problemen

Kamille – schmackhafter und beliebter Tee; bei Magen-Darm-Problemen

Karde - antibakteriell; Wurzel soll bei Borreliose (Zecken) helfen

Karde – antibakteriell; Wurzel soll bei Borreliose (Zecken) helfen

Mädesüß - Tee bei Erkältungskrankheiten

Mädesüß – Tee bei Erkältungskrankheiten

Schafgarbe - bekanntes Frauenheilkraut, gut bei Magen-/ Darm-/ Nierenkrankheiten

Schafgarbe – bekanntes Frauenheilkraut, gut bei Magen-/ Darm-/ Nierenkrankheiten

Klatschmohn - wirksam bei Husten und Heiserkeit (Milchsaft ungenießbar)

Klatschmohn – wirksam bei Husten und Heiserkeit (Milchsaft ungenießbar)

Breitwegerich - antibakteriell, erfrischend, reinigend; Tabakersatz

Breitwegerich – antibakteriell, erfrischend, reinigend; Tabakersatz

Widertoonmoos - Schutzpflanze gegen negative Beeinflussung

Widertoonmoos – Schutzpflanze gegen negative Beeinflussung

Wegwarte - regt Stoffwechsel an; Wurzel verwendet als Zichorienkaffee

Wegwarte – regt Stoffwechsel an; Wurzel verwendet als Zichorienkaffee

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Abschließend noch zwei Gesellen, bei denen Vorsicht geboten ist:

Schöllkraut - bei Warzen, lieber nicht innerlich anwenden (brennt, Alkaloide)

Schöllkraut – bei Warzen; besser nicht innerlich anwenden (brennt, ‚giftige‘ Alkaloide)

Gefleckter Schierling - rund 50 g der alkaloid-haltigen Pflanze sind tödlich; Sokrates trat 399 v. Chr mit Hilfe des "Schierlingsbechers" seine Reise ins Jenseits an...

Gefleckter Schierling – rund 50 g der alkaloid-haltigen Pflanze sind tödlich; Sokrates trat 399 v. Chr mit Hilfe des „Schierlingsbechers“ seine Reise ins Jenseits an…

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Hinweis: Angaben ohne Gewähr! Pflückt nur Pflanzen, die ihr genau kennt! Wenn unsicher, nicht verwenden!

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Autor: Öl  aka  Zenker

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Quellen
Bilder: natürlich selber geknipst
Infos: Buch "Essbare Wildpflanzen", Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger
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Kräuterspaziergang 3

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Ein lauer Samstagabend lud zu einem weiteren Kräuterspaziergang ein. Zwischen Hersbruck, Happurg und Ellenbach sind mir dieses Mal u.a. folgende essbare Wildpflanzen begegnet:

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  • Wiesen-Kerbel

    Wiesen-Kerbel

    Wiesen-Kerbel: wächst an Hecken- und Wiesenrändern auf nährstoffreichen Böden; Gewürz für Gemüse, Suppen, Kräuterbutter; Pflanze wirkt verdauungsfördernd, blutreinigend und antioxidativ, volksmedizinisch eingesetzt bei Hauterkrankungen und Lungentuberkulose. Vorsicht: es gibt giftige Wildpflanzen mit einem ähnlichen Blatt- und Blütenstand, was zu folgenschweren Verwechslungen führen kann (z.B. Schierling, Hundspetersilie)! 

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  • Sauerampfer

    Sauerampfer

    Sauerampfer: wächst auf nährstoffreichen Böden; verwendet als Wildgemüse oder Zutat für Salate; gilt als harntreibend, entzündungshemmend, erfrischend, reinigend, fiebersenkend und leicht abführend; volksmedizinische Anwendung zur Blutreinigung, zur Stärkung des Immunsystems, zur  Förderung der Verdauung, bei Hautleiden, Krämpfen und Halsschmerzen

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  • Günsel

    Günsel

    Kriechender Günsel: wächst auf Wiesen und in Wäldern mit humosen Lehmböden; Verwendung zu Kartoffelgerichten oder als Deko; traditionell angewendet als Tee bei Erkrankungen im Mund, Rheuma, Magengeschwüren und Gallenerkrankungen, zur Behandlung von Darmentzündungen, Hämorrhoiden und Zahnfleischentzündungen, antibakterielle und blutdrucksenkende Wirkung

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  • Weiße Taubnessel

    Weiße Taubnessel

    Weiße Taubnessel: gedeiht auf nährstoffreichen Lehmböden; Grundlage für Teemischungen und als Beigabe zu Salaten; gilt in der Naturheilkunde als belebend, entzündungshemmend, schleimhautschützend, blutstillend, verdauungsfördernd und harntreibend; Anwendung zur Schleimlösung bei Katarrhen und Bronchitis, bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, bei Gicht, Fieber und als Umschlag zur Linderung von Schwellungen, Juckreiz und Krampfadern

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  • Wiesenklee

    Wiesenklee

    Wiesen-Klee: wächst auf Wiesen mit tiefgründigen Lehm- und Tonböden, Nährstoffanzeiger, Bodenverbesserer; Zutat in  Suppen und Salaten; volksmedizinisch eingesetzt bei Durchfällen, Husten und Hauterkrankungen, enthält Phytoöstrogene und ist daher wertvoll bei Krebserkrankungen (Brust, Gebärmutter, Prostata), Tee wirkt blutreinigend und bei Erfrischung übermüdeter Augen

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  • Frauenmantel (Anfang der Blüte)

    Frauenmantel (Beginn der Blüte)

    Gemeiner Frauenmantel: auf feuchten und lehmigen Wiesen, Gräben und Waldwegen; Zutat in Salaten, Aufläufen, im Kochgemüse und als Tee; traditionell hauptsächlich eingesetzt in der Frauenheilkunde (Progesteron-ähnliche Inhaltsstoffe) sowie bei Husten, Erkältungen und zur Förderung der Verdauung, bei Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, äußerlich für Geschwüre und Furunkel

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  • Stahlenlose Kamille

    Stahlenlose Kamille

    Strahlenlose Kamille: wächst auf nährstoffreichen Lehm- und Tonböden; als Kräutermischung und in Tee oder Sirup verwendet, Geschmack etwas dezenter als echte Kamille; wirkt antibakteriell, krampflösend und bei Wurmbefall; traditionell eingesetzt bei Magen- und Darmbeschwerden, Erkrankungen der Haut und zur Beruhigung

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Zu guter Letzt begegnete ich in einem nahe gelegenen Wildpflanzen-Biotop auch noch 2 beeindruckenden Heilpflanzen (vom Vorjahr):

  • Beifuß: ca. 1,5 m hohe Pflanze, die auf frischen bis feuchten Böden aber auch auf Schuttplätzen und an Ufern wächst; süßlich schmeckende Blüten und Blätter als Zutat für Salate, Verwendung als Gewürz oder Tee; volksmedizinisch eingesetzt bei Nervosität, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden und Rheuma, wirkt entkrampfend bis anregend

Beifuß gilt als Heil- und Zauberpflanze für keltische und germanische Räucherrituale: Schutz-/Segen-/Reinigungsräucherung; unterstützt Intuition, fördert Traumbewusstsein, hilft beim Prozess des Trauerns und des Loslassens

  • Karde: bis zu 2m hohe 2-jährige Pflanze; früher als Wolle verwendet; therapeutisch eingesetzt als harntreibende, verdauungsfördernde und schweißtreibende Arznei; nach W.D. Storl heilende Wirkung bei Borreliose (Zecken) und Syphilis
Beifuß und Karde (vom Vorjahr)

Beifuß und Karde (vom Vorjahr)

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Hinweis: Angaben ohne Gewähr! Pflückt nur Pflanzen, die ihr genau kennt! Wenn unsicher, nicht essen!

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Autor: Öl  aka  Zenker

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Quellen
"Essbare Wildpflanzen", Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger
"Das große Buch der Kräuter und Heilpflanzen", W. Kohte / Komet
"Räuchern mit heimischen Kräutern", Marlis Bader
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