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Haid-Park – Urbarmachung Teil 2

Vorhandene Felder:

Bisher haben wir im Garten in der Haid die 10 bestehenden kleinen Felder mit insgesamt ca. 25 m² umgegraben. In diesen sollen im ersten Jahr die Leichtzehrer unter den Gemüsen (Bohnen, Erbsen, Radieschen usw.) sowie Spezialkulturen (Tomaten, Paprika oder Chilis unter einer Geokuppel und Zucchini) angebaut werden (siehe Teil 1 vom 29.03.2013).

Neue Felder:

Um mehr Anbaufläche zu bekommen, wollen Wasko und ich weitere Felder umstechen, welche dann auf die Mittelzehrer, Starkzehrer und Gründüngung aufgeteilt wird.

Nach etwa 2 Stunden ist das 1. neue Feld im Süden geschafft (4 m x 4 m = 16 m²). Auf diesem sollen im ersten Jahr die Mittelzehrer (z.B. Möhren, Kartoffeln, Fenchel) wachsen.

Spatenstich für das 1. neue Feld / 1. Feld ist geschafft

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Ein paar Tage darauf packen wir wieder die Spaten aus und stechen 4 weitere Felder um (4 Felder à 1,25 m x 5,6 m = 2 x 14 m²). In jeweils 2 Felder wollen wir Starkzehrer (2 südl./westl. Felder) bzw. Gründüngung (2 nördl. Felder) pflanzen.

4 weitere Felder sind abgesteckt / nach ca. 5 Stunden ist alles umgegraben

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Jetzt müssen wir noch ein paar Wochen warten, dann nochmal alles auflockern und dann kann’s endlich losgehen…

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Exkurs Gemüseanbau:

Der Gemüseanbau kann nach unterschiedlichen Methoden erfolgen.

  • Irgendwie ;-)
  • als Permakultur: Aufbau landwirtschaftlich produktiver Lebensräume die sich selbst erhalten; nach dem Vorbild eines natürlich wachsenden Ökosystems (Vielfalt statt Einheit).
  • nach dem Prinzip der Mischkultur: Anbau verschiedener Gemüse auf gleicher Fläche; beruhend auf günstigen Pflanzen-Nachbarschaften und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ansprüche und Reifezeiten
  • nach dem Prinzip des Fruchtwechsels: aufeinander abgestimmte, zyklisch Abfolge von Gemüsearten auf einer bestimmten Fläche; Rotation entweder auf Grundlage der Pflanzenfamilien (z.B. abwechselnd Kreuzblütler, Leguminosen, Doldengewächse usw.) oder auf Grundlage unterschiedlicher Nährstoffansprüche (abwechselnd Starkzehrer – Mittelzehrer – Leichtzehrer – Gründüngung)

Wir haben uns für den Haid-Park für das Prinzip des Fruchtwechsels mit 4-jähriger Fruchtfolge entschieden, d.h.:

  • auf das 1. Feld (vorhandene Beete, 15 m²) kommen Leichtzehrer (z.B. Erbsen/Bohnen) und Spezialkulturen (10 m²)
  • auf das 2. Feld (Süden, 16 m²) kommen Mittelzehrer (z.B. Möhren, Fenchel, Kartoffeln)
  • auf das 3. Feld (Westen; 14 m²) kommen Starkzehrer (z.B. Kohlgewächse)
  • auf das 4. Feld (Norden; 14 m²) kommt Gründüngung (Buchweizen, Klee, Bienenfreund), welche das Feld wieder mit neuen Nährstoffen versorgt.

Jedes Jahr rutschen die Kulturen ein Feld weiter, d.h. wo vorher die Starkzehrer standen, folgen im nächsten Jahr die Mittelzehrer usw.

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Steter Beobachter bei unseren Arbeiten war Toni, das kleine Rotkehlchen. Leibspeise: Regenwürmer und Larven.

Rotkehlchen Toni

Rotkehlchen Toni

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Autor: Öl

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Haid-Park – Urbarmachung Teil 1

Die Beete…

Der Winter ist hartnäckig, aber allzu lange kann es nicht mehr dauern bis der Frühling einzieht. Es ist an der Zeit, die Felder für den bevorstehenden Gemüseanbau vorzubereiten. Im 1. Teil der Urbarmachung wollen wir die etwas in die Jahre gekommenen Beete unseres Vorgängers ein wenig auf Vordermann bringen.

Haid-Park - Beete 16.03.2013

Haid-Park – Beete 16.03.13

Haid-Park - Beete 20.03.2013

Haid-Park – Beete 20.03.13

Nachdem der (vorerst) letzte Schnee geschmolzen ist, erfolgt der erste Spatenstich am 20.03.2013 (Werwa, der Öl und Foschder).

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Die Beetanlage umfasst 10 Beete (zwischen 1 m² und 3m² groß), davon 1 Mistbeet.

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Vogelmiere macht sich breit

Vogelmiere macht sich breit

Erdbeeren vom Vorjahr

Erdbeeren vom Vorjahr

Auf den Beeten wachsen wild Vogelmiere und Löwenzahn. Reste von Zwiebeln, Karotten und Erdbeeren finden wir auch.

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Zwiebeln vom Vorjahr

Zwiebeln  haben überwintert

Dicke Karottenwurzel

Dicke Karottenwurzel

 Die Erdbeeren und Zwiebeln gräbt Foschder aus und nimmt sie für seine Mutter mit. Die Karottenwurzel kommt auf dem Kompost.

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Unkräuter gibt es nicht…

Die vom Menschen als „Unkräuter“ bezeichneten Geschöpfe (z.B. Vogelmiere, Quecke, Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Moos) sind Pflanzen, die vom Menschen nicht gezielt angepflanzt werden und sozusagen „ungewollt“ wachsen, „stören“ oder „ohne Nutzen“ sind. In freier Natur kann es aber kein Unkraut geben, denn jedes Kraut hat seinen Sinn.

Die „Unkräuter“ ergeben oft ein erstklassiges Wildgemüse, welche die einheimischen Kulturpflanzen oft bei weitem an Mineral- und Vitamingehalt übertreffen oder es handelt sich um völlig unterschätzte Heilpflanzen (STORL/ Pflanzendevas).

Manche der Unkräuter gehören zu den Pionierpflanzen. Das sind Pflanzen, die dort Land erobern und befruchten, wo die Lebensbedingungen für zartere Naturen noch zu hart sind. Andere „Unkräuter“ sind Zeigerpflanzen, die auf bestimmte (ungünstige oder günstige) Bodenverhältnisse hinweisen. Sie haben regulierende Wirkung und heilen gestörte Bodenverhältnisse, indem sie z.B. Stickstoff sammeln oder den Boden durchwurzeln und so auflockern (KREUTER/ Der Biogarten).

Nennen wir sie also lieber Beikräuter oder Wildkräuter und lernen wir mit ihnen zu leben anstatt gegen sie zu kämpfen. Denn:

„Alte Märchenweisheit zeigt auf, was es mit den Unkräutern auf sich hat. Sie sind die wirklichen Gartenzwerge, die echten Heinzelmännchen. Wer zornig auf sie ist, wer ihnen mit Gift zu Leibe rückt, dem spielen sie einen Schabernack nach dem anderen. Wer mit ihnen im rechten Sinn umzugehen versteht, dem sind sie immer bereite, geduldige und treue Helfer und Heiler.“ (Alwin Seifert, Pionier des biologischen Gartenbaus)

Natürlich versucht im Gemüsegarten das ein oder andere Wildkraut den anzubauenden Kulturpflanzen den Platz streitig zu machen, aber man muss ja nicht gleich mit der Giftspritze kommen. Wir haben beschlossen, den Großteil der Beete zwar zu jäten, aber zumindest ein Beet für die Wildkräuter zu reservieren (unser sog. Experimentierfeld), wo sie sich nach Belieben austoben können. Wir hoffen, die „Wildkraut-Devas“ zeigen sich gnädig…

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Zupfen, Hacken und Hämmern

Innerhalb von einer Stunde ist das erste Beet geschafft, nach einigen Stunden sind auch die anderen Beete fertig. Beikräuter (Vogelmiere, Löwenzahn und andere noch unbekannte) wurden gejätet und einige davon in das Experimentierfeld umgesetzt. Die Einfassungen wurden mit Hammer und Stemmeisen begradigt, die Felder leicht gehackt und aufgelockert.

Das erste Beet ist gejätet

Das erste Beet ist gejätet

Weitere Beete sind gejätet

Weitere Beete sind gejätet

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Kleine Tierwelt…

Während der Arbeiten haben wir schon die ersten Erdbewohner angetroffen, darunter Käfer, Tausendfüßer und Würmer.

Käfer

Käfer

Schnurfüßer

Schnurfüßer

Regenwurm

Regenwurm

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Feierabend…

Der erste Teil ist geschafft. In den nächsten Wochen wollen wir zwei Rasenstücke urbar machen und in Beete verwandeln…

Auf bald. Prost!

Feierabend

Feierabend – Der Öl und Werwa

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