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Kräuterwanderung Nr. 1

Rundweg (Referenz: bayernatlas.de)

Rundweg (Referenz: bayernatlas.de)

Am Vaddertag begaben sich die Herren Was Ko und Zenk Er auf ihre erste gemeinsame Kräuterwanderung.

Der Rundweg führte von der Ostbahn/Hersbruck (ca. 340 mNN) über Weiher und Leutenbach bis zur Edelweißhütte (ca. 550 mNN) und von dort, nach einer kleinen Rast, über die westlichen Ausläufer des Deckersbergs nach Ellenbach zurück zur Ostbahn.

Das Wetter war wechselhaft (sonnig bis wolkig mit einigen kleineren Regenschauern) bei sehr angenehmen 18°C. Die Wanderung dauerte 6 sehr gemütliche Stunden und bot viel Zeit, um die Flora zu beobachten, der Fauna zu lauschen und sich mit der Natur zu verbinden.

IMG_6153 (800x600)In den letzten Tagen ist die Natur explosionsartig zu neuem Leben erwacht. Überall blühen und sprießen Blüten und Blätter, unzählige Düfte schweben durch die Lüfte und entlang der Wege entfaltet sich die ganze Farbenpracht des Frühlings.

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Wenn man mit offenen Augen – und gegebenenfalls einem Pflanzenbestimmungsbuch – durch die Lande wandert, fallen einem erst die unzähligen Wildpflanzen auf, die den Wegrand schmücken.  Neben den üblichen Verdächtigen wie Brennnessel, Taubnessel, Löwenzahn, Giersch, Gänseblümchen, Wegerich und Ampfer (siehe Kräuterspaziergänge 1+2) sind uns auf unserer Wanderung die folgenden sechs essbaren Wildpflanzen begegnet:

  • IMG_6089 (800x600)Knoblauchsrauke:  wächst auf beschatteten Waldfluren, an Hecken und Bächen; Geschmack erinnert an milden Knoblauch und Kresse; volksmedizinische Anwendung bei Asthma, Wunden oder zur Unterstützung der Verdauung
  • IMG_6093 (800x600)Gundermann (Gundelrebe): auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden; zur Atemerfrischung, Würzung von Tee oder alkoholischen Getränken, als Zutat für Salate, Suppen, Kräuterbutter etc.; volksmedizinische Anwendung bei Magen-/Darmerkrankungen, Blasenleiden, Leberbeschwerden und grippalen Infekten
  • IMG_6106 (800x600)Goldnessel: in lehmigen Misch- und Auewäldern; Grundlage für aromatischen Tee, geeignet als Suppengemüse oder über Desserts; traditionell angewendet bei Katarrhen, Bronchitis, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder auch Gicht
  • IMG_6109 (600x800)Hirtentäschel (gewöhnliches): Pionierpflanze auf Lehmböden; als Trockengewürz verwendbar, Geschmack kresseartig (Pflanze) bis ingwerähnlich (Wurzel); wirkt bei Blutungen sowie Gallen- und Nierenerkrankungen 
  • IMG_6119 (800x600)Walderdbeere: bevorzugt auf Waldlichtungen; Blätter können arzneilich bei Durchfall oder Mund-/Rachenentzündungen verwendet werden; die Früchte (ab Juni) sind gut für Leber, Galle, Nieren, Herz, helfen bei Fieber und schmecken köstlich 
  • IMG_6147 (800x600)Waldmeister: in lehmigen Buchen- und Laubmischwäldern; leicht süßlicher Geschmack und deshalb beliebte Zutat von Likören, Bowlen, Erfrischungsgetränken und Tees; volksmedizinische Anwendung bei Krämpfen und Durchblutungsstörungen (Achtung: kann wegen des hohen Cumaringehalts bei übermäßigem Verzehr zu Kopfschmerzen führen)

Hinweis: Pflückt nur Pflanzen, die ihr genau kennt! Wenn unsicher, nicht essen!

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Ein paar „giftige“ Pflanzen haben wir auch wieder gesehen, u.a. den Aronstab, der bereits sein hellgrünes Blütenblatt mit Kolben (aber noch keine roten Beere) gebildet hat (Giftstoff Aroin) sowie den Hahnenfuß, den man an seiner gelben, kelchblattfreien, speckig glänzenden Blüte erkennt (Giftstoff: Alkaloide).

Aronstab

Aronstab

Hahnenfuß

Hahnenfuß

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Es war eine tolle Wanderung. Sollte jemand von euch Lust haben, kann er/sie/es uns gerne das nächste Mal begleiten.

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Mit waldgeistigen Grüßen…

Michael und Frank

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Autor: Öl

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Quellen
Kartenausschnitt: bayernatlas.de
Infos zu den Wildpflanzen aus dem Buch "Essbare Wildpflanzen", Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger 

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Kräuterspaziergang 2

Heute traditionell eine 1. Mai-Wanderung unternommen. Ich hatte die Ehre, von meinen Eltern begleitet zu werden. Der Weg führte von Weihersberg zum Gipfel des Moritzberges (ca. 603 mNN).

Moritzberg-Gaststätte

Moritzberg-Gaststätte

Moritzberg-Turm

Moritzberg-Turm

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Auf der Wanderung sind mir wieder einige essbare Wildkräuter begegnet:

  • Giersch bzw. Geißfuß: vielen Gärtnern auch als „Unkraut“ bekannt; die Blätter haben eine typische Form (1x dreiblättrig, 2x zweiblättrig); homöpoathische Anwendung u.a. bei Rheuma und Gichterkrankungen
  • Lungenkraut, gefleckt: volksmedizinische Anwendung bei Erkrankungen der Atemwege oder Lungenkrankheiten sowie Magen-/ Darmerkrankungen; oft für Tee verwendet
  • Spitzwegerich: traditionell angewendet bei Verletzungen, Entzündungen, Erkrankungen der Atemwege oder bei Insektenstichen
  • Waldmeister: volksmedizinische Anwendung bei Krämpfen und Durchblutungsstörungen; beliebte Zutat von Likören, Bowlen, Erfrischungsgetränken und Tees
  • Wiesen-Schaumkraut: wirkt krampflösend, verdauungsfördernd, bei Husten, Asthma und Magenkrämpfen; kann auch in Tabak gemischt werden
Giersch (vor der Blüte)

Giersch (vor der Blüte)

Geflecktes Lungenkraut

Geflecktes Lungenkraut

Spitzwegerich  (vor der Blüte)

Spitzwegerich (vor der Blüte)

Waldmeister  (vor der Blüte)

Waldmeister (vor der Blüte)

Wiesen-Schaumkraut

Wiesen-Schaumkraut

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Hinweis: Pflückt nur Pflanzen, die ihr genau kennt! Wenn unsicher, nicht essen!

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Autor: Öl

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Quelle
Infos zu den Wildpflanzen aus dem Buch "Essbare Wildpflanzen", Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger
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Kräuterspaziergang 1

Blick auf den Deckersberg

Blick auf den Deckersberg

Der Frühling hat Einzug gehalten. Nach einem regnerischen Samstag wurden heute bei rund 18°C die Stiefel geschnürt, um sich auf einen kleinen Spaziergang zu begeben. Der Weg führte über Wiesen und Felder zwischen Hersbruck und Happurg.

Da meine Pflanzen- und Kräuterkenntnisse noch in den Kinderschuhen stecken, war dies eine gute Gelegenheit das ein oder andere Wildkraut unter die Lupe zu nehmen.

Anzumerken sei, dass viele der heimischen Wildkräuter nicht nur essbar sondern auch gesund sind und zudem meist eine Reihe von Heilwirkungen haben (z.B. entgiftend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, blutstillend, antibakteriell, …).

Dann ging’s los – unterm Arm zwei Bestimmungsbücher:

Hier einige der Kräuter, denen ich begegnet bin. Zunächst die mehr oder weniger essbaren Wildpflanzen:

Scharbockskraut (essbar vor der Blüte)

Scharbockskraut (essbar vor der Blüte)

Gänseblümchen (essbar)

Gänseblümchen (essbar)

Gefleckte Taubnessel (essbar)

Gefleckte Purpur-Taubnessel (essbar)

Brennnessel (essbar; nach entfernen der Brennhaare)

Brennnessel (essbar; nach entfernen der Brennhaare)

Löwenzahn (essbar; außer Stängel/Milch)

Löwenzahn (essbar;  außer ggf. Stängel/Milch)

Breitwegerich? (essbar)

Breitwegerich? Ampfer (bedingt essbar bis ungenießbar)

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Ich habe von jeder der Pflanzen probiert und lebe noch ;-). Was vielleicht lustig klingt, hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Denn viele essbare Wildpflanzen können mit Pflanzen verwechselt werden, deren Verzehr bereits in geringen Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Nachfolgend einige Hinweise.

Hinweise:

  • Pflückt nur Pflanzen, die ihr genau kennt! Verwechslungen mit giftigen Pflanzen können äußerst tragisch enden. Wenn unsicher, nicht essen!
  • Von vielen Pflanzen sind nur bestimmte Teile essbar, oder es bedarf dem vorherigen Garen, Rösten, Trocknen oder Auslaugen. Manche Pflanzen sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden.
  • Wildgemüse kann von Schadstoffen aus der Umwelt betroffen sein. Deshalb nur an Orten sammeln, die möglichst unbelastet und sauber sind.
  • Nie alle Pflanzen restlos abernten, sodass sich der Bestand erholen kann. (Tipp: bedankt euch bei den jeweiligen Pflanzendevas für die Pflanzen, die ihr pflückt)

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Hier noch eine giftige Pflanze, die ich fast mit einem Veilchen verwechselt hätte:

Hundsgiftgewächs Immergrün (sehr giftig!)

Hundsgiftgewächs Immergrün (sehr giftig!)

Freue mich schon auf die nächste Wanderung… Euch noch einen schönen sonntagabend!

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Autor: Öl

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